Versicherbar?

Wie ein Gebäude in der Elementarschadenversicherung versicherbar ist, hängt vor allem von dem Hochwasserrisiko seines Standortes ab. Hierzu hat der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft mit Hilfe von Überschwemmungsdaten der Wasserwirtschaftsämter das computergestützte Zonierungssystem ZÜRS (ZÜRS = Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen) entwickelt. Heute ist nahezu jedes Gebäude in Deutschland in eine von vier Gefährdungsklassen (GK) eingestuft:

  • GK 4: hohe Wahrscheinlichkeit (einmal alle 10 Jahre oder öfter ein Hochwasser)
  • GK 3: mittlere Wahrscheinlichkeit (einmal alle 10 bis 100 Jahre ein Hochwasser)
  • GK 2: niedrige Wahrscheinlichkeit (einmal alle 100 bis 200 Jahre ein Hochwasser)
  • GK 1: sehr geringe Wahrscheinlichkeit (einmal alle 200 Jahre oder seltener ein Hochwasser)

Zusätzlich wurde eine Bachzone festgelegt, die sich als Zone von jeweils 100 Metern entlang von kleinen Fließgewässern erstreckt. Liegt eine Adresse innerhalb dieser Zone, gibt ZÜRS diese Information zusätzlich zur Gefährdungsklasse an. In der Zone GK 1 liegen in Bayern etwa 90,9 % der Adressen, in GK 2 etwa 6,3 % der Adressen. Nur etwa 1,4 % der Adressen liegen jeweils in den Zonen 3 und 4.

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Viele Versicherungsunternehmen verwenden ZÜRS, um die Kosten einer Elementarschadenversicherung für die einzelnen Gebäude risikogerecht kalkulieren zu können und/oder über die jeweilige Gefährdung hinsichtlich einer Überschwemmung zu entscheiden. Um herauszufinden, in welcher Zone sich Ihr Gebäude befindet und zu welchen Konditionen es versicherbar ist, müssen Sie sich an ein Versicherungsunternehmen wenden.

Da ZÜRS lediglich Aussagen zur Überschwemmungsgefährdung infolge Hochwasser (Ausuferung von Gewässern) trifft, lässt sich eine Gefährdung durch die anderen Elementargefahren zum Beispiel Starkregen oder Schneedruck, aus ZÜRS nicht ableiten. Die Risikoprüfung der Versicherungsunternehmen umfasst daher in der Regel auch weitere Faktoren, zum Beispiel ob ein Objekt schon einmal von einem Elementarschaden betroffen war. Auch dies kann entscheidend dafür sein, ob ein Objekt Versicherungsschutz erhält oder nicht - unabhängig davon, in welcher ZÜRS-Zone sich das Objekt befindet.

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Warum sind nicht alle Gebäude gegen Hochwasser versicherbar?

Nicht versicherbar sind mittlerweile nur wenige Gebäude in Bayern, weil diese zum Beispiel in unmittelbarer Flussnähe liegen und regelmäßig, das heißt in statistisch sehr kurzen Zeitabschnitten, von Überschwemmungen heimgesucht werden. In Zahlen ausgedrückt heißt das: In Bayern sind mittlerweile etwa 98,5 % der Gebäude mit Standardprodukten versicherbar. Tatsächlich sind aber in Bayern nur rund 22 % der privaten Gebäude gegen Elementargefahren versichert. Nur etwas mehr als 1 % der Gebäude liegen in stark hochwassergefährdeten Bereichen. Für diese besteht zum Teil durch schadenverhütende Maßnahmen oder erhöhte Selbstbehalte ebenfalls eine Versicherungsmöglichkeit.