Sturm

Wiebke 1990, Lothar 1999, Kyrill 2007, Christian und Andreas 2013: Gemessen an der Häufigkeit von Schadenereignissen und am Schadenausmaß sind Stürme die bedeutendste Elementargefahr der letzten Jahrzehnte. In den letzten Jahren führten Stürme in Deutschland im Schnitt zu rund 750.000 versicherten Schäden pro Jahr im Privatgeschäft.

Allein der Orkan Kyrill führte im Januar 2007 europaweit zu volkswirtschaftlichen Schäden von bis zu 10 Milliarden US-Dollar, versichert waren knapp 6 Milliarden US-Dollar. Am stärksten von den Orkanböen betroffen war der Südosten Bayerns mit Böen von bis 202 km/h auf dem Wendelstein. Aber auch im Flachland wurden Orkanböen der Stärke 12 gemessen. Der Sturm forderte in ganz Deutschland 13 Menschenleben. Der Hagelsturm Andreas im August 2013 verursachte allein an Wohn- und Geschäftsgebäuden (ohne Kfz) rund 1,9 Mrd. Euro Schadenaufwand.
Schäden aus Sturmereignissen werden vermutlich auch in Bayern ansteigen. Verantwortlich dafür sind die Erhöhung des Schadenspotenzials durch zunehmende Bebauung sowie Veränderungen im Wettergeschehen.

Orkane entstehen in Mitteleuropa vor allem im Herbst und Winter, da in dieser Zeit die Temperatur- bzw. Luftdruckunterschiede zwischen der Polarregion und den Subtropen besonders groß sind. Klimaforscher gehen davon aus, dass sich die Zugbahnen von Tiefdruckgebieten verstärkt nach Mitteleuropa verlagern und damit die Anzahl der starken Stürme auch in Deutschland steigen wird.

Unter Sturm versteht man aus meteorologischer Sicht Windgeschwindigkeiten über 9 Beaufort (ca. 75 km/h), während ab 117 km/h (12 Beaufort) von einem Orkan gesprochen wird. Im Versicherungsbereich gelten andere Grenzen: Für die Versicherung von Sturmschäden muss eine Windgeschwindigkeit von 8 Beaufort bzw. 64 km/h vorliegen.