Hochwasser

Im August 2005 ließ ergiebiger Dauerregen in Südbayern die Wasserstände in den Flüssen und Bächen rapide ansteigen. Von der Iller im Westen bis zum Inn im Osten kämpften die Einsatzkräfte gegen die Fluten der ausufernden Fließgewässer an. Auch entlang der Donau war die Lage angespannt. Nach den Überschwemmungen an Pfingsten 1999 und im August 2002 war es das dritte große Hochwasser in Südbayern innerhalb von sechs Jahren. In Nordbayern sind vor allem die Hochwasser vom Januar 2003 und Mai 2006 noch in Erinnerung. Das Juni-Hochwasser 2013 hatte die größte räumliche Ausdehnung aller Hochwasserereignisse seit 1950. Viele Flüsse verzeichneten historische Pegelhochstände - vor allem im Einzugsgebiet von Donau und Elbe. Durch Deichbrüche wurden Regionen überflutet, in denen es seit Jahrzehnten, zum Teil seit Jahrhunderten, kein Hochwasser gab. Diese Flut hinterließ verheerende Spuren und Milliardenschäden.

Überschwemmungen durch Hochwasser sind für rund ein Drittel der Personen- und Sachschäden verantwortlich, die auf Naturereignisse zurückgehen. Allein die Jahrhundertflut im August 2002 verursachte deutschlandweit Schäden in Höhe von 11,6 Mrd. Euro und war damit die größte Naturkatastrophe der letzten 40 Jahre. Im Jahr 2010 wurde zudem der größte Industrieschaden durch eine Überschwemmung ausgelöst.

Hochwasser ist ein Naturereignis, mit dem insbesondere die Bewohner von Flusstälern immer wieder konfrontiert werden. Hochwasser ergibt sich aus dem Zusammenwirken ungünstiger Faktoren wie beispielsweise ergiebiger Dauerregen, durch Vorregen bereits gesättigte Böden, Niederschläge auf gefrorene Böden sowie das Zusammentreffen von Niederschlägen mit der Schneeschmelze. Die Folge größerer Hochwasserabflüsse sind Ausuferungen, die sowohl den unmittelbaren Uferbereich, als auch - bei nicht eingedeichten Flüssen - ganze Flussniederungen betreffen können. Bei extremen Hochwassern kann es jedoch auch passieren, dass ein Teil des Wassers außerhalb des Gewässerbettes abfließt und dort zu Überschwemmungen führt.

Überschwemmungsschäden durch Ausuferung von Gewässern oder auch durch Sturzfluten können durch eine Elementarschadenversicherung abgesichert werden. Lediglich Schäden durch ansteigendes Grundwasser, bei dem innerhalb des Erdbodens befindliches Wasser von unten oder von der Seite in den Keller drückt, sind dabei nicht versichert.