Erdrutsch & Felssturz

Vor allem in den Alpen, aber auch in den Mittelgebirgen Bayerns, verursachen Erdrutsche, Berg- oder Felsstürze sowie Steinschläge immer wieder große Schäden. Anlass für Rutschungen ist in vielen Fällen eine starke Durchnässung. Die Erde oder das Gestein gleitet dabei mehr oder weniger schnell hangabwärts – von wenigen Zentimetern pro Jahr bis zu mehreren Metern pro Minute. Gerade größere Rutschungen sind kein einmaliges Ereignis. Die Massen kommen nach einer Bewegungsphase zunächst wieder zur Ruhe, bis sie nach Jahren oder sogar Jahrtausenden wieder reaktiviert werden.

Bei Felsstürzen lösen sich ganze Felspartien aus Wandstufen und stürzen ab. Im Gegensatz zum Bergsturz ist ihr Volumen mit unter 1 Mio. und ihre Dynamik deutlich geringer. Von Stein- oder Blockschlag spricht man dagegen bei Abstürzen von bis zu 10 Größe. Die Ursache für Felsstürze sind Spannungsumlagerung, Materialermüdung und Verwitterung an Trennflächen. Die Auslöser sind oft weniger eindeutig als bei anderen Hangbewegungen. Frost, Temperaturwechsel, Erdbeben oder Niederschlag können Auslöser sein, häufig erfolgen Felsstürze aber auch ohne weitere erkennbare Anlässe.
Im Versicherungsbereich werden Erdrutsche als ein naturbedingtes Abrutschen oder Abstürzen von Erd- oder Gesteinsmassen definiert, schließen also Felsstürze und Steinschlag mit ein.

Durch die zunehmende Erschließung wird es für die Gemeinden und Planer immer wichtiger, gefährdete Gebiete möglichst genau abgrenzen zu können. Daher erstellt das Bayerische Landesamt für Umwelt Gefahrenhinweiskarten für den gesamten bayerischen Alpenraum, anschließend für die Schwäbische und Fränkische Alb sowie für Unterfranken. Diese informieren über potenzielle Reichweiten und Sturzbahnen von Steinschlägen, Felsstürzen und Hangrutsche. Sie zeigen, wo neue Bebauung vermieden oder angepasst werden sollte oder wo Schutzmaßnahmen wie Fangzäune und Schutzwälle notwendig sind. In den betroffenen Gemeinden können sich dadurch künftig weit mehr Hauseigentümer gegen Naturgefahren versichern als bisher. In einigen Landkreisen wurden die Zonen mit Versicherungsausschluss bereits halbiert.