Erdfall & Erdsenkung

Erdfälle oder Erdsenkungen bilden sich vornehmlich durch chemische Lösung wasserlöslicher Gesteine (Korrosion), gelegentlich auch durch Ausspülung des Feinanteils von Lockergesteinen (Suffosion). Dadurch entstehen unterirdische Hohlräume, die zum plötzlichen Einsturz beziehungsweise allmählichen Absenken der Erdoberfläche führen und sich dort in Form von Trichtern (Dolinen) oder Schloten bemerkbar machen. Diese sind bis zu 20 Meter tief und weisen Durchmesser von Metern bis zu Zehnermetern auf. Senkungsmulden können sich auch über mehrere 100 Meter erstrecken.

Die betroffenen Gebiete sind in ihrer groben Ausdehnung meist bekannt, doch kann zum Beispiel der einzelne Erdfall sowohl zeitlich als auch örtlich nicht vorhergesagt werden. Die daraus resultierenden Gebäudeschäden können von Rissen bis zum Einsturz des Gebäudes reichen und lassen sich nur bei kleineren Erdfällen durch eine angepasste Bauweise verhindern.

Typische Erdfall-/Erdsenkungsgebiete in Bayern sind die Muschelkalk- und Malmbereiche in Franken, der Gipskeuper in Franken oder der Berchtesgadener Raum mit den Salz- und Gipsvorkommen des Haselgebirges. Suffosion führt zum Beispiel im Regensburger Raum gelegentlich zu Schäden.

Im Versicherungsbereich sind bei der Elementarschadenversicherung sowohl die Bezeichnung Erdfall als auch Erdsenkung gebräuchlich. Beide werden als eine naturbedingte Absenkung des Erdbodens über naturbedingten Hohlräumen definiert.